Hauptsache-Geschichten!

Hauptsache Leben-Hauptsache Geschichten!

Das Leben schreibt die schönsten Geschichten, sagt man. Ich sage: Geschichten sind das bessere Leben, jedenfalls meistens.

„Schreib mir meine Dialoge am besten auch noch,“ sagte mal ein Liebster genervt und wiederholt zu mir, wenn ich ihm nicht nur, wie Millionen (genaue Zahlen folgen irgendwann, vielleicht) anderer Frauen es doch auch tun, seine Worte im Mund umdrehte und Gesagtes um – und natürlich auch schöner (wahlweise romantischer, aufregender, zärtlicher, leidenschaftlicher) schrieb. Wenn ich noch einen drauflegte und es selbst im heftigsten Streit nicht sein lassen konnte oder wollte, alles im Kopf schon mal zur Geschichte oder zur Szene zu machen. Ausgang? Unbedingt Happy. Erzähl-Perspektive? Meine. Man reiche mir einen Notizblock, natürlich nicht, um das gute Stück im Streit zu werfen (da nehme ich nur Sachen, die sowieso weg können, ich bin keine Zwanzig mehr und nicht naturblond) oder in den heutigen Zeiten auch ein Handy. Allerdings ist es schwieriger, die Sprachaufnahme zu drücken und: „Moment, Hase, warte mal kurz, Arschloch“ zu sagen, und:“Jetzt, okay, gleich, sag es noch einmal, wie hast Du mich genannt?“ beim Streiten oder beim Sex, das kriege selbst ich nicht hin.

Schreiben dagegen kann ich blind und immer und überall

Unter Hauptsache-Geschichten möchte ich Euch regelmäßig Geschichten schenken, manchmal wird es eine ganze Geschichte geben wie zum Beispiel:

Kellerpsychologie.Ist.Nicht.Küchenpsychologie

Meistens werden es aber nur Anfänge oder Auszüge sein, die Euch liebe (Geschichten) Liebende anfixen sollen, heiß machen, aufregen, erregen oder amüsieren, und dann sage ich: „Ätsche bätsche, ja leider, Cliffhanger@Fortsetzung folgt.“ Das ist gemein und vermutlich gegen alle Regeln der Kunst und auch gegen die des Marketings, ich weiß, aber was soll ich denn machen?

Ich bin eine der 50.000 Wortarbeiterinnen, die bei der Künstlersozialkasse angemeldet sind. Deren durchschnittlicher UMSATZ (nicht Gewinn) bei zwischen 15.000- 20.000 € Brutto vor Steuern pro Jahr liegt. Dabei geht es uns noch gut im Vergleich, kein anderes Land in Europa hat eine KSK, ohne die sich viele Freischaffende nicht mal Krankenkasse, Rentenversicherung oder Pflegeversicherung leisten könnten.

Als Schreibende, die auch noch dreist vom Schreiben leben will

muss ich meine Geschichten bei Wettbewerben und Ausschreibungen einreichen. Und da dürfen die Geschichten eben nicht vorab veröffentlicht sein, auch nicht auf dem eigenen Blog.

„So ein Quatsch mit Gulaschsoße,“ würde meine Hilde aus „Fremde Wellen“ dazu sagen (in den 1950er Jahren war das Vegetarier- und Veganertum  noch eher unbekannt), aber ist so. Selbst wenn das Preisgeld bei schlappen 500 Euro liegt und die Wahrscheinlichkeit es zu gewinnen bei durchschnittlich mehreren Hundert Teilnehmern, die sich auf solche Ausschreibungen für Prosa bewerben, nun ja gelinde gesagt nicht sehr groß ist.

Autoren im ehemaligen Land der Dichter und Denker sind arm, aber sexy und Küssen mit dem Kopf und mit knurrendem Magen ist nicht so dolle.

Andere Geschichten rücke ich nicht in Gänze raus, noch nicht, weil ich sie vielleicht doch noch zur Geschichtensammlung oder zu meinem nächsten Roman machen werde, wenn Fremde Wellen dann hoffentlich eines baldigen Tages erschienen ist, ein Bestseller wird und natürlich verfilmt wurde! Und ich reich bin, Mutter, weil ich leb, Schwester und auch noch Geld hab. Wenn dann der schnöde Mammon mich nicht mehr interessieren muss, dann kriegt ihr sie alle, versprochen! Future Perfect oder wie Helmut Schmidt sagte:

Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen.

Was es ab jetzt also hier für Euch regelmäßig geben wird:

  • Absurdes, Bitterböses, hoffentlich auch Lustiges aus meinem Berliner Alltag
  • die virtuelle Liebe zwischen „Prinzesschen und Doktorre“, (die irgendwann ein Emailroman wird)
  • aus meinen wilden 80er Jahren, meiner „Randale statt Liebe“ Zeit
  • von Teufeln und leider nur wenigen Engeln meiner Kindheit
  • und last but not least: immer mal wieder eine 100-Wörter-Geschichte

So liebe (Geschichten)Liebende, ich muss dann mal weiter, meine Freundin Luisa hat mich gerade angerufen und mir etwas erzählt, was ich unbedingt sofort aufschreiben muss, bevor ich es vergesse. Über ein Blinddate und der Typ sagte doch glatt… Fortsetzung folgt, versprochen.

Mehr über die Dämonen, mit denen sich eine Autorin so herumschlagen muss, mit Absagen, Aufschieberitis, Schreibblockaden und anderen Schweinetierchen gibt es unter: Kämpfen mit Dämonen: Kämpfen mit Dämonen

 

 

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